Herzschlagfinale ohne Happy End: VSC Baskets verpassen vor Rekordkulisse den direkten Aufstieg
Donauwörth – Es war alles angerichtet für einen historische Basketball-Abend in der Stauferparkhalle. Rund 450 Zuschauer – eine Kulisse, wie sie Donauwörth seit Jahren nicht mehr erlebt hat – peitschten die VSC Baskets nach vorne. Doch am Ende eines hochdramatischen „Do-or-die“-Spiels stand eine bittere 82:85-Niederlage gegen den TV Augsburg 2. Damit geben die „Bären“ das Heft des Handelns aus der Hand und müssen nun tatenlos auf Schützenhilfe hoffen.
Ein offener Schlagabtausch von der ersten Minute
Trotz der lautstarken Unterstützung kamen die Gastgeber nur schleppend in die Partie. Augsburg erwies sich von Beginn an als brandgefährlich aus der Distanz, was Trainer Holger Grabow früh zu einer taktischen Umstellung seiner sonst so sattelfesten Zonenverteidigung zwang. Offensiv setzte der erst 16-jährige Fynn Grabow ein frühes Ausrufezeichen und hielt den VSC mit fünf schnellen Zählern im Spiel.
Bis zur Pause fanden die Baskets besser ihren Rhythmus und nutzten vor allem ihre Größenvorteile unter dem Korb durch Marco Stampfer und Bedu Veh. Problematisch zeigte sich aber die Foulbelastung der Heimmannschaft. Mit einer hauchdünnen 42:41-Führung für Donauwörth ging es in die Kabinen.
Das Drama im dritten Viertel
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der an Intensität kaum zu überbieten war. Insgesamt 15 Führungswechsel und vier Gleichstände zeugten von zwei Teams auf Augenhöhe. Zwischenzeitlich schien das Pendel zugunsten der Bären auszuschlagen, als man sich einen Sieben-Punkte-Vorsprung erarbeitete. Doch Augsburg antwortete eiskalt: Sechs der ersten sieben Treffer der Gäste im dritten Viertel waren Dreipunktewürfe. Dieser Distanzwurf-Hagel drehte die Partie erneut zugunsten der Fuggerstädter (67:71). Insgesamt 12 Dreipunktewürfe konnte Augsburg im gesamten Spiel erzielen.
Die Schlussekunden: Hoffnung bis zum letzten Wurf
Zwei Minuten vor dem Ende schien die Messe beim Stand von 75:82 fast gelesen. Doch die Baskets bewiesen Moral. Erst punktete Marco Stampfer zweifach von der Freiwurflinie, ehe Ihor Bludshyi den VSC 40 Sekunden vor Schluss mit einem Dreipunktewurf noch einmal auf 80:82 heranbrachte. Die Halle glich in diesem Moment einem Hexenkessel.
Tatsächlich gelang den Donauwörthern der entscheidende Stopp in der Defensive, doch der letzte Angriff zum möglichen Ausgleich fand nicht den Weg in den Korb. Mit der Schlusssirene und dem Endstand von 82:85 sank die Stimmung in der Stauferparkhalle auf den Nullpunkt.
Der Blick auf die Tabelle: Das Zittern beginnt
„Natürlich haben wir uns in der ein oder anderen Situation nicht gut angestellt, aber unsere Jungs waren da. Wir hätten den Sieg genauso verdient gehabt“, resümierte ein gefasster Trainer Holger Grabow nach dem Spiel. Eine schlechte Leistung konnte man seinem Team definitiv nicht vorwerfen, doch die Konsequenzen sind hart.
Zwar thronen die Baskets aktuell noch an der Tabellenspitze, doch der PSV Ingolstadt hat ein Spiel weniger auf dem Konto. Das Rechenbeispiel ist nun denkbar bitter: Gewinnt Ingolstadt am kommenden Samstag (20:00 Uhr) beim TSV Neuburg, ziehen sie punktgleich vorbei. Da der VSC den direkten Vergleich gegen Ingolstadt hauchdünn verloren hat (Hinspiel -8, Rückspiel +6), würde der PSV den Aufstieg feiern. Zwei Punkte würden dann über den Ausgang der Saison entscheiden.
Den Donauwörther „Bären“ bleibt nun nichts anderes übrig, als zum größten Fan des TSV Neuburg zu werden und auf ein kleines Basketball-Wunder am letzten Spieltag zu hoffen.
Fazit und Ausblick: „Ein Schritt zurück, um zwei nach vorne zu gehen“
Trotz der Enttäuschung über den verpassten direkten Aufstieg blickt die Abteilungsleitung stolz auf die Entwicklung des Teams und der gesamten Sparte. Abteilungsleiter Nik Scheuerer ordnet die Situation ein:
„Wir sind vor zwei Jahren absichtlich den Schritt aus der Bayernliga in die unterklassige Bezirksoberliga gegangen, um unseren vielen jungen Talenten Zeit zu geben, sich nachhaltig auf die Bayernliga vorzubereiten. Ein Schritt zurück, um in Zukunft zwei nach vorne zu gehen, war die einstige Devise. Leider sind wir vermutlich erst bei 1,99.“
Was bleibt, wenn es am Ende tatsächlich nicht für den Aufstieg reichen sollte? Die Gewissheit, dass das Fundament der letzten zehn Jahre Wirkung zeigt. Das Team besteht heute neben einigen Routiniers zum Großteil aus jungen, talentierten Eigengewächsen. Spieler wie Leon Merkle, Jason Frederix, Timo Mitlehner, Moritz Strigl oder Ihor Bludsyi sind alle erst 18 Jahre alt. Mit den beiden 16!jährigen Spielern Fynn Grabow und Kilian Schoofs, die bereits ihr großes Potenzial andeuteten, und drei weiteren Jugendbundesligaspielern in der U16, ist die Pipeline für den Herrenkader prall gefüllt. „Die Zukunft ist gesichert“, so Abteilungsleiter Benni Vogel.
Für die Bären gilt es nun, die Sommerpause zu nutzen, die Saison akribisch aufzuarbeiten und die neue Spielzeit direkt zu planen – egal in welcher Liga.
VSC Donauwörth: Schoofs (2), Grabow (6), Merkle (18,3), Strigl, Veh (15,1), Stampfer (17), Mitlehner (1), Gölkel (14), Bludhyi (7,1), Bader und Krippner (2)

